Angebote und Leistungen

Unsere therapeutischen Angebote

Sozial- und milieutherapeutische Angebote

  • Lebenspraktisches Training in der Wohngruppe
  • Individuelle Förderung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Angehörigenarbeit

Medizinisch-therapeutische Angebote

  • Fachärztliche psychiatrische Behandlung
  • Psychoedukation
  • Therapeutische Einzelgespräche und störungsspezifische Gruppentherapien

Arbeits- und ergotherapeutische Angebote

  • Vorbereitung auf berufliche und schulische Ausbildung
  • Training von Grundarbeitsfähigkeiten sowie sozialen Kompetenzen im Arbeitsleben
  • Training zur selbständigen Haushaltsführung

 

Lage und Räumlichkeiten

Die Rehabilitationseinrichtung ist zentral in Denkendorf gelegen. Das öffentliche Nahverkehrssystem ermöglicht unseren Bewohnern eine schnelle Anbindung nach Esslingen oder Stuttgart.

Die Einrichtung verfügt über zwei Einzugs-Wohngruppen mit acht bzw. elf Plätzen. Zudem gibt es zwei kleinere Wohngruppen mit sechs bzw. drei Plätzen, die als Auszugs-Wohngruppen gedacht sind. In den einzelnen Wohneinheiten befinden sich neben den Zimmern der Rehabilitanden (in der Regel Zweier-Zimmer) jeweils eine Küche, ein Essbereich und ein Wohnzimmer. Im Allgemeinbereich stehen entsprechend ausgestattete Einzel- und Gruppentherapieräume sowie ein Computerraum zur Verfügung. Die Arbeitstherapien finden im Hause selbst in den jeweiligen Räumlichkeiten statt. Die Zugänge sind barrierefrei gestaltet.

Die Unterbringung in ambulant betreuten Außenwohngruppen in der Nähe der Reha-Einrichtung ermöglicht denjenigen Bewohner, die zuvor in den Auszugs-Wohngruppen ihre Selbständigkeit trainiert haben, im Ablösungsprozess einen weiteren Schritt in Richtung „selbständiges Wohnen“ zu gehen. Dieses Angebot bezieht sich nur auf die Bewohner, die vorher im stationären Bereich der Einrichtung über einen längeren Zeitraum gelebt haben. Ansonsten bieten das Tageszentrum Kirchheim und das GPZ Filder, weitere Einrichtungen des Reha Vereins ambulant betreute Wohnplätze für externe Bewerber an.

Vernetzung

Die Einrichtung arbeitet eng vernetzt mit den Gemeindepsychiatrischen Verbünden im Landkreis, insbesondere mit Kliniken, Institutsambulanzen, Diensten und Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation, psychosozialen Diensten, Selbsthilfegruppen und niedergelassen Fachärzten und Psychotherapeuten sowie physio- und sporttherapeutischen Anbietern zusammen.

Allgemeine Hausregeln und Tagestruktur

In der Reha-Einrichtung gibt es werktags einen strukturierten Tagesablauf. Nach einem gemeinsamen Frühstück in der Wohngruppe um 7:30 Uhr beginnen um 8:30 Uhr die verschiedenen Arbeitstherapien, die um 13 Uhr enden. Im Anschluss an das Mittagessen und die Mittagspause findet am Nachmittag das Gruppentherapieprogramm statt. Nach dem gemeinsamen Abendessen besteht die Möglichkeit eigenen Interessen oder noch Aufgaben innerhalb der Wohngruppe nachzugehen.

Mitarbeiter sind werktags von 7:30 Uhr bis 21 Uhr im Hause. An den Wochenenden sowie an Feiertagen ist ein Mitarbeiter vier Stunden täglich in der Einrichtung präsent. Zwischen 21 Uhr und 7:30 Uhr sowie an den Wochenenden bzw. Feiertagen sind Mitarbeiter außerhalb der Präsenzzeiten telefonisch über ein Rufsystem zu erreichen.

Der Aufenthalt in den Zimmern ist während des Tages nur nach Absprache möglich, was der oft krankheitsbedingten Rückzugstendenz entgegenwirken soll. Der Ausgang ist je nach Therapiefortschritt und Verantwortlichkeit des einzelnen Rehabilitanden unterschiedlich geregelt und muss mit dem Bezugstherapeuten abgesprochen werden. Heimfahrten mit Übernachtung können in der Regel an jedem dritten Wochenende erfolgen.

Die hier beschriebenen Regelungen sind Vereinbarungen, die einen Rahmen vorgeben sollen, keine eisernen Gesetze. Über jede gewünschte Regeländerung kann im Einzelnen mit dem Bezugstherapeuten verhandelt werden.

Ablauf

Zu Beginn der Therapie werden gemeinsam mit dem Klienten, unterstützt von psychologischen Testungen, individuelle Therapieziele festgelegt. Auf Grundlage dieser Ziele erfolgt dann die Einteilung in die therapeutischen Gruppen. Jeder Klient wird von Anfang an einem Bezugstherapeuten zugeordnet, mit dem mindestens einmal wöchentlich ein Einzelgespräch stattfindet, sowie individuelle Absprachen getroffen werden können.

Sozial-milieutherapeutische und medizinisch-therapeutische Angebote

Die Leistungsangebote für die Klienten der medizinischen Rehabilitation (Leistungen der Krankenkassen und Rentenversicherung) und für die Klienten der Eingliederungshilfe (Leistungen der Sozialhilfe/ Eingliederungshilfe) sind teilweise deckungsgleich.

Im Bereich der medizinischen Rehabilitation werden folgende zusätzliche Leistungen erbracht:

  • Ärztliche Betreuung durch den verantwortlichen Facharzt (ständige ärztliche Verantwortung)
  • Psychologische (PPT) Therapiegespräche
  • Psychologische Diagnostik und Testung
  • Medikamentöse Versorgung durch die Einrichtung

Nachfolgend werden die Leistungen wegen der genannten Überschneidung der Angebote für die Bereiche medizinische Rehabilitation und die Wiedereingliederung als Ganzes beschrieben:

  • Psychoedukative Gruppen zur Stärkung der Selbstverantwortung, Verbesserung der eigenen Kompetenz im Management von Funktionsstörungen (z.B. Umgang mit Notfallsituationen) und schädigenden Verhaltensweisen (z.B. Risikoverhaltensweisen wie körperliche und psychische Überforderung, Alkoholmissbrauch), Verbesserung des Informationsstandes über die Krankheit.
  • Interaktionelle Gesprächsgruppen (auf der Basis der Transaktionsanalyse) zur Verbesserung der Selbstwahrnehmung, der Selbstakzeptanz und der Korrektur dysfunktionaler Kognitionen und Emotionen.
  • Soziale Kompetenzgruppe zur Verbesserung der sozialen Interaktionsmöglichkeiten und Abgleich von Selbst- und Fremdwahrnehmung.
  • Skillsgruppe (nach M.Linehan) mit Schwerpunkt auf Vermittlung von Fertigkeiten zur Verbesserung der Emotionsregulation.
  • Entspannungstherapie und Achtsamkeitstraining (Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Praxis der Achtsamkeit nach Kabbat-Zinn) zur Verbesserung der Körperwahrnehmung und Stressbewältigung.
  • Kognitives Gruppentraining (IPT) zur Verbesserung der wahrnehmenden Konzentration, Förderung von Gedächtnisfunktionen und stringenter Denkabläufe sowie der sozialen Kommunikation.
  • Gruppenangebote zur Ernährungsberatung und Gesundheitsförderung zum Aufbau gesundheitsbewusster Ernährungsgewohnheiten.
  • Sport und Kreativgruppen: Aktivierung und Motivieren zur Bewegung und entwickeln oder wieder entdecken kreativer Fähigkeiten.
  • Alltagspraktische Gruppen: Training und regelmäßiges Praktizieren von alltagspraktischen Notwendigkeiten, wie z.B. Pflege der eigenen Kleidung, Ordnung im persönlichen Wohnbereich, Verwaltung des persönlichen Schriftverkehrs, Geldverwaltung etc.
  • Hausversammlungen und Wohngruppensitzungen zur Klärung von Problemen im Zusammenleben in der Gemeinschaft, Besprechung von Regelungen und gemeinsamen Unternehmungen.

Arbeits- und ergotherapeutische Angebote

Die Arbeitstherapien finden an Werktagen vormittags im Hause statt. Die Bewohner durchlaufen zunächst alle Arbeitsbereiche und sind dann in der Regel sechs bis zwölf Wochen fest in einem Arbeitsbereich. In den Arbeitsbereichen formuliert jeder Bewohner ein individuelles Ziel und stellt dies zu Beginn der Arbeitszeit vor. Diese Ziele werden regelmäßig reflektiert und aktualisiert. Findet ein Wechsel in einen anderen Arbeitsbereich statt, führen die beteiligten Mitarbeiter mit dem Bewohner ein Übergabegespräch. In allen Arbeitsbereichen liegt der Schwerpunkt auf dem Erlernen, Wiedererlernen und Trainieren von Handlungs- und Arbeitsfähigkeiten. Neben den Grundarbeitsfähigkeiten und -fertigkeiten wird zudem ein angemessenes Sozialverhalten eingeübt. Die Mitarbeiter unterstützen bei der beruflichen Orientierung und begleiten Praktika in Betrieben.

  • Arbeitstherapie
    In der Arbeitstherapie werden unter Anleitung von Arbeitserziehern handwerkliche und kreativ-gestalterische Tätigkeiten vor allem mit den Werkstoffen Holz, Papier, Stoff und Filz ausgeführt. Es werden sowohl Einzelarbeiten als auch Gruppenprojekte angeboten. Ebenso befindet sich in den Arbeitstherapieräumen ein Bürotrainingsplatz an dem Grundfertigkeiten am PC eingeübt sowie spezielle Einzeltrainingsprogramme zur Verbesserung kognitiver Fähigkeiten durchgeführt werden. Die hergestellten Produkte aus der Arbeitstherapie werden zum Verkauf angeboten, die Rehabilitanden erhalten aus dem Verkaufserlös ein sogenanntes Therapiegeld. Außerdem werden auch individuelle Aufträge angenommen.
     
  • Haushaltstraining
    Im Haushaltstraining werden in den Wohngruppen unter fachlicher Anleitung einer hauswirtschaftlichen Fachkraft und einer Arbeitserzieherin lebenspraktische Fähigkeiten erlernt, die auf eine spätere selbständige Haushaltsführung vorbereiten. Haushaltstechnische Kenntnisse und Fertigkeiten rund um gesunde Ernährung, Kochen und Backen, den Einkauf und den Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Haushaltsgeld werden genauso vermittelt wie Fertigkeiten im Bereich Wohnungs- und Wäschepflege. Der Bereich „Haushaltstraining“ sorgt zugleich für das leibliche Wohl sowie Ordnung und Sauberkeit in den Wohngruppen.